Bearbeitung:
Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck, Fürstenweg 185, 6020 Innsbruck, Austria
Dieser Bericht ermöglicht einen Überblick über einige der Forschungsleistungen des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck im Zeitraum 2024–2026 zum Themenfeld „Frauen und genderspezifische Aspekte in Führungsrollen des Sports“. Im Fokus standen sowohl Führungsrollen bei nationalen und internationalen Sportgroßveranstaltungen als auch ehrenamtliche Führungsfunktionen in Tiroler Sportverbänden und -organisationen.
Ziel der Forschungsaktivitäten war es, strukturelle Rahmenbedingungen, Motivationen, Herausforderungen und Entwicklungspotenziale von Frauen in sportbezogenen Führungspositionen sichtbar zu machen und damit Grundlagen für zukünftige Forschung, Vernetzung und praxisrelevante Maßnahmen zu schaffen.
Im Rahmen qualitativer Forschungsdesigns wurden insgesamt 38 leitfadengestützte Expertinnen-Interviews durchgeführt. Ergänzend erfolgte im Frühjahr 2026 eine informelle Erhebung zur Geschlechterverteilung in Tiroler Sportverbänden.
Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Einerseits wurde ein hohes Maß an Motivation, persönlichem Engagement und Identifikation mit dem Sport sichtbar. Andererseits weisen die Daten auf strukturelle Herausforderungen hin, insbesondere hinsichtlich der Vereinbarkeit von Führungsfunktionen mit Familie und Beruf, traditioneller Organisationsstrukturen, eingeschränkter Zugänge zu Netzwerken sowie genderspezifischer Stereotypisierung.
Im Bereich der Tiroler Sportverbände zeigte sich zusätzlich die zentrale Bedeutung ehrenamtlichen Engagements. Viele der interviewten Funktionärinnen übernehmen gleichzeitig mehrere Rollen und beschreiben ihre Tätigkeit als stark gemeinschafts- und werteorientiert. Gleichzeitig wurden mangelnde Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen und diskriminierende Erfahrungen thematisiert.
Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung wurden im Berichtszeitraum auch praxisorientierte Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Gründung eines Netzwerks für Frauen in der Tiroler Sportbranche sowie die internationale Vernetzung des Instituts über das European Observatoire for Sport and Employment (EOSE). Beide Initiativen stärken den Austausch zwischen Forschung und Praxis und schaffen Grundlagen für zukünftige Kooperationen.
Die bisherigen gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass weiterhin Forschungs- und Entwicklungsbedarf im Themenbereich besteht.